„Insel im Marta“
Ein pädagogisch-künstlerisches Konzept
seit 2020

Die „Insel im Marta“ ist ein besonderer Ort mitten im Museum. Ein Raum der Begegnung und der kreativen Erforschung. Hier können die Besucher*innen selbst aktiv werden, etwas über die Themen der Ausstellungen oder die Gehry-Architektur erfahren oder auch einfach nur verweilen.

Der Raum ist eine Kooperation zwischen einem Künstler oder einer Künstlerin, der Abteilung Bildung und Vermittlung sowie dem kuratorischen Team.

Robert Barta

Robert Barta ist nach Adrien Tirtiaux der zweite Künstler, der die „Insel im Marta“ gestalten wird. Der tschechisch-deutsche Künstler wurde 1975 in Prag geboren und lebt und arbeitet in Berlin und Frankfurt a. M. Er studierte von 1998 bis 2005 an der Akademie der Bildenden Künste in München und von 2002 bis 2003 am San Francisco Art Institute. Sein Werk „Neverendingstory“ wurde im Rahmen des Ausstellungsprojekts „Marta Open Air“ auf der Marta-Plaza installiert und ist Teil der Sammlung Marta.

Auf spielerische Art und Weise untersucht Robert Barta die geschwungene Gehry-Galerie und lässt die Besuchenden auf der „Insel im Marta“ selbst zu Performer*innen werden. Die Architektur als Spiegel menschlicher Eigenheiten wird hier körperlich erfahrbar und es eröffnen sich neue und ungewöhnliche Perspektiven. Ausgehend von allgemeinen Beobachtungen alltäglicher Dinge, denen man in der Welt begegnet, führt Barta in seinem Werk humorvoll komplexe Zusammenhänge vor Augen, die zum Staunen und Entdecken einladen.

Adrien Tirtiaux

Adrien Tirtiaux hat als Erster die „Insel im Marta“ konzipiert. Der belgische Künstler wurde 1980 in Brüssel geboren und lebt in Antwerpen. Wagemutige Gebilde und radikale Rauminterventionen prägen sein künstlerisches Schaffen. Von 1998 bis 2003 studierte er Architektur an der Katholischen Universität von Louvain-La-Neuve in Belgien und von 2003 bis 2008 Bildhauerei und Performance an der Kunstakademie in Wien. Seine erste Begegnung mit dem Museum Marta Herford hatte Tirtiaux 2017 im Rahmen der Ausstellung „Revolution in Rotgelbblau“.

Zu jeder Phase der „Insel im Marta“ hat der Künstler eine Comiczeichnung entwickelt, die an das Cover eines „Tim und Struppi“-Hefts erinnert. Die Figuren aus der Feder des belgischen Zeichners Hergé stellen für Tirtiaux eine wichtige Inspirationsquelle auch für andere Werke dar. Indem er den klaren linearen Stil des Comiczeichners zitiert und auf sein eigenes Schaffen überträgt, wird er selbst Teil des Heldenkosmos.

Auf einem einer Insel ähnelnden Podest konnte man die beiden Materialien Glas und Beton erproben und ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten erforschen. In angeleiteten Workshops haben Besucher*innen darüber hinaus Beton selbst hergestellt und gegossen. Irgendwo zwischen Forschungslabor, Baustelle und Urlaubsparadies entstand ein Raum zum Verweilen, Lesen, Diskutieren und Mitmachen.

Für die Herbst- und Winterausstellung hat sich die „Insel im Marta“ in eine Dunkelkammer verwandelt: Das Podest wurde nach oben versetzt, um die Dachfenster zu verschatten. Dabei dienten die zuvor von den Besucher*innen gegossenen Betonstelen als tragende Säulen. Auf einer Steglandschaft in der Mitte des Raumes befanden sich Projektoren, mit denen Lichtbilder an die Wände geworfen wurden. Indem die Besucher*innen selbst zeichnerisch aktiv wurden, konnten sie ein Gemeinschaftswerk entstehen lassen. Ganz im Stil von Saul Steinbergs „The Line“ entfalteten sich die Bildmotive von einer alles verbindenden Horizontlinie aus.

Der Raum hat sich in eine Werkstatt verwandelt. Nachdem die Besuchenden der vorhergehenden Ausstellungen die Betonsäulen gegossen und das Figurenpanorama auf die Wände gezeichnet haben, können sie hier nun mit Textilien arbeiten, nähen, schneiden, weben und zeichnen. Oder Sie können selbst auf die Bühne treten und zum Beispiel Kleidungsstücke anprobieren, die in Workshops mit verschiedenen Künstler*innen und Designer*innen entstanden sind.

Dank

Förderer „Insel im Marta“

Marta-Partner
Für die langfristige Unterstützung unseres Programms danken wir sehr herzlich den Marta Herford Corporate Partnern und Corporate Premium Partnern sowie dem Marta-Fonds für neue Kunst.