Marta Open Air
Kunst rund ums Museum
Frühjahr bis Herbst 2021

Unter dem Titel „Marta Open Air“ strahlt die Museumsarbeit weiter aus auf das Außengelände. Ab dem Frühjahr 2021 verwandelt es sich in einen lebendigen Ort der Kunst, der zum Verweilen, Entdecken und Mitmachen einlädt – mit Abstand, unter freiem Himmel und zu jeder Zeit. Die Künstler*innen beziehen sich mit ihren Beiträgen auf die Wahrnehmung des Ortes und die herausfordernde Gehry-Architektur.

 

Auch bei geschlossenem Museum ist „Marta Open Air“ kostenfrei und ohne Einschränkung zugänglich. Das Angebot bietet viel Raum für Spaziergänge, Entdeckungen und Kunstgenuss. Es umfasst Skulpturen, Installationen und partizipative Angebote wie auch eine Bildschirmpräsentation, die den Betrachtenden die innen ausgestellte Kunst nach draußen liefert.

Bis zum Herbst 2021 soll sich der Rundgang um das Museum stetig erweitern und somit einen lebendigen Dialog zwischen Kunst, Architektur, Natur und Besuchenden fördern. Als Erweiterung des bestehenden Audioguides, der zahlreiche Kunstwerke im Außenraum vorstellt, sollen die Werke nicht nur real erlebbar, sondern auch digital zugänglich sein.

Einige einführende Worte zu „Marta Open Air“ von Roland Nachtigäller finden Sie in diesem Video.

Für das Projekt „AMA / air mail art“ hat Wolfgang Ellenrieder eine Reihe von Werken geschaffen, die klein verpackt und ohne großen Aufwand an Institutionen, Galerien oder Privatleute verschickt werden können.

Weitere Informationen zu dem Werk finden Sie hier.

Ein Basketballkorb hängt an der geschwungenen Fassade des Museumsbaus von Frank Gehry. Auf exakt 305 Zentimetern Höhe angebracht entspricht er zwar den sportlichen Standards der Profisports, dennoch gibt es da etwas, das irritiert: So ist das Netz von „Neverendingstory“, das bis zum Boden reicht, viel zu lang und der Korb verliert seine Funktion als Sportgerät. Wenn ein Ball im Netz landen würde, wäre das Spiel sofort vorbei. Durch diese absurde Abwandlung eines Alltagsgegenstandes hat der Künstler Robert Barta eine Metapher für Prozesse geschaffen, die einfach nicht aufhören wollen – ähnlich wie aktuell die Corona-Pandemie, die auch für Künstler*innen eine besondere Herausforderung darstellt. Augenzwinkernd ruft er uns mit dem absurden Gegenstand zugleich aber auch zu mehr Gelassenheit auf.

Ein Interview mit Robert Barta zu seinem Kunstwerk finden Sie in diesem Video.

Keine Überwachung! Keine Feuergefahr! Auf dem Parkplatz neben dem Museum steht ein Anhänger mit einem Aufbau, der an einen Wohnwagen erinnert. Das Fenster ist durch einen Rollladen verschlossen, der sich gelegentlich in Bewegung setzt. Manchmal scheint hier zwar noch etwas Licht durch die Ritzen oder es ertönen Geräusche, aber einen Einblick ins Innere erhalten die Betrachtenden nicht. Stattdessen beginnt die Kamera, die sich oben auf dem Dach befindet, gelegentlich zu rauchen. Fast zwanghaft wiederholt sich die immer gleiche Szene und es entsteht ein vages Gefühl zwischen  Verunsicherung und Absurdität. Die eigentümlichen Konstruktionen im Werk von Andreas Fischer tragen fast immer Gebrauchsspuren. Der Künstler verwendet dafür ausgemusterte Geräte oder gefundene Materialien. Indem er ihnen neues Leben einhaucht, nimmt er aber nicht nur die Konsumgesellschaft aufs Korn, sondern auch den heroischen bis totalitären Charakter von Technologie.

Weitere Einblicke in das Werk gewährt die Kuratorin Friederike Fast in diesem Video.

In drei kurzen Videos, die  sich auf konkrete Orte des Marta-Geländes beziehen, leitet die Künstlerin Nezaket Ekici dazu an, Teil ihrer Performance zu werden.  Der Clip „Crema“ verwandelt den eigenen Arm in einen wirbelnden Rührstab, bei „Imagine“ gilt es Äpfel zu pflücken, die es gar nicht gibt, und dabei Flamenco zu tanzen. Das Video „Hullabelly“ regt dazu an, den Kopf und die Hüften zu schwingen – fast wie ein*e Bauchtänzer*in.

Um zu den Videos zu gelangen, scannen Sie einfach den QR-Code mit Ihrem Handy ein, legen Sie es auf der hölzernen Halterung ab und los geht’s: „Click & Perform“!

Mehr über die Performance-Kunst von Nezaket Ekici erfahren Sie auf dem Marta-Blog.

Mit farbigen Klebebändern und Schnüren spürt Andreas Schmid der ungewöhnlichen Architektur auf dem Marta-Gelände nach. Er verbindet dabei die geschwungene Backsteinfassade des Museums und den angrenzenden Funktionsbau des Marta-Depots mit der räumlichen Umgebung. Durch seine präzisen Eingriffe richtet der Künstler neue Blickachsen aus und schärft die Wahrnehmung von Proportionen. Offensichtliches wird plötzlich nebensächlich, Zwischenräume werden in den Fokus gerückt und Details spielerisch untersucht. Die Harmonisierung von Gegensätzen und die bewusste Begrenzung auf eine reduzierte Formensprache sind wesentliche Ausgangspunkte seines künstlerischen Ansatzes.

Wie das Werk entstanden ist, verrät die Kuratorin Ann Kristin Kreisel auf dem Marta-Blog.

Allein schon im Vorbeigehen wird man Teil des Geschehens an der rückseitigen Fensterfront des Museumsgebäudes, bei Tag wie auch bei Nacht. Zu Beginn des Projekts stehen die Besucher*innen vor partiell geweißten Glasscheiben, die mit der Zeit immer mehr von Zeichnungen durchzogen werden. Die Installation der RaumZeitPiraten offenbart sich als zusammenwirkendes Gefüge aus Sensoren, Kameras, Robotik, Bewegung und Projektoren, das direkt mit den Betrachtenden interagiert: Die aktiven Objekte zerren an den eigenen Kabeln, projizieren und provozieren ihre Umgebung und zeichnen die Spuren ihrer eigenen Bewegungen auf das Glas. Ein sich stetig wandelndes Ereignis aus Licht und Schatten im „DazwischenRaum“ an den Scheiben, die Schnittstelle zwischen Innen und Außen sind.

Die RaumZeitPiraten sind ein Künstlerkollektiv bestehend aus Tobias Daemgen, Jan Ehlen und Moritz Ellerich. Ihre ortsbezogenen Multimedia-Installationen thematisieren das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine, Wissenschaft und Erzählung.

Spannende Einblicke in das Werk finden Sie auch auf dem Blog der KunstArztPraxis.

Der Hörspaziergang (Audiowalk) des Künstlerkollektivs LIGNA lässt die Teilnehmenden zu einer Reise aufbrechen. Dabei führt sie das Programm „Ulysses 2.0“ auf ihren ganz eigenen Weg ohne feste Koordinaten. Namensgeber ist der Roman „Ulysses“ von James Joyce, eine Anlehnung an die abenteuerliche Irrfahrt des griechischen Helden Odysseus. Die subjektiven Gedankenschnipsel und Assoziationen der Hauptperson Leopold Bloom begleiten die eingeschlagene Route. Gespickt mit Erkenntnissen der Biologin Lynn Margulis und des Naturwissenschaftlers James Lovelock geht es dabei um nicht weniger als die Zukunft der Menschheit, des Planeten Erde und deren Verhältnis zueinander. Die Mittel, auf die das Programm zurückgreift, sind die Körper der Hörenden, ihre Bewegungen und die Bakterien, die diese und ihre Umwelt begleiten. Alles scheint miteinander verbunden zu sein. Sind wir der Natur ähnlicher als wir glauben? Ändern Sie die Richtung, erfassen Sie die Umgebung, begegnen Sie dem Anderen, verwandeln Sie sich!

Mit den Stimmen von: Josefine Israel, Samuel Weiß und Mareike Hein
Musik: Günter Reznicek

Der Audiowalk ist aktuell nur in deutscher Sprache verfügbar. Dauer: ca. 70 Min.

Bedienung
1) App (LIGNA Audiowalks) installieren und öffnen.
2) In der App zusätzlich den Audiowalk für Herford auswählen und herunterladen.
Tipp: Um mobile Daten zu sparen, können Sie die App bereits zu Hause herunterladen.
3) Der Startpunkt befindet sich vor dem Haupteingang des Museums.
4) Am Startpunkt: Bitte die App öffnen und den Walk für Herford auswählen.
5) „Code scannen“ wählen und den QR-Code auf dem weißen Punkt am Boden scannen.
6) Sobald die App die Markierung erkennt, beginnt der Audiowalk „Ulysses 2.0“. Setzen Sie Ihre Kopfhörer auf (falls keine eigenen Kopfhörer vorhanden sind, können Sie diese während der Öffnungszeiten auch an der Museumskasse erwerben). Alle weiteren Anweisungen werden im Stück mitgeteilt.

Von Kindesbeinen an sind wir mit der Verwendung von Alphabeten vertraut. Dabei betrachten wir die Texte meist lediglich unter inhaltlichen Aspekten. Selten schauen wir sie uns genauer an und erkunden die Formensprache und Eigenheiten der verwendeten Buchstaben. In dieser Pop-Up-Ausstellung wird die Perspektive umgekehrt: vom Lesen zum Schauen. Es ist eine Zeitreise durch 101 Jahre experimentelle Schriftgestaltung in den Niederlanden mit 12 Alphabeten von acht Typograf*innen: Peter Bil’ak, Wim Crouwel, Luc(as) de Groot, Erik van Blokland, Theo van Doesburg, Hansje van Halem und Just van Rossum und Gerard Unger. Unger ist auch der Entwickler der „Swift“ – die als Hausschrift des Museums Marta Herford eindrücklich im Schriftzug an der Fassade über dem Haupteingang zu sehen ist.

 

Dank

Materialsponsor

Marta-Partner
Für die langfristige Unterstützung unseres Programms danken wir sehr herzlich den Marta Herford Corporate Partnern und Corporate Premium Partnern sowie dem Marta-Fonds für neue Kunst.