Entwurfszeichnung "Melilla Mauerspringer"

Melilla Mauerspringer

Als zweiten Beitrag zum Langzeitprojekt „5 Tore / 5 Orte“ entlang der verlorenen Herforder Stadtmauer schuf der spanische Künstler Fernando Sánchez Castillo die Skulptur „Melilla Mauerspringer“. Sie wurde im Juni 2016 feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Von dieser Skulptur überträgt seitdem eine Webcam den Blick in die Herforder Innenstadt als Livestream ins Internet.

 

Der Blick

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Melilla Mauerspringer

In der spanischen Exklave Melilla an der nordafrikanischen Küste flüchten tagtäglich Menschen an und auf meterhohe Zäune – auf der Suche nach einer neuen Heimat, einer sicheren Perspektive. Mit seiner Skulptur thematisiert Sánchez Castillo die Bedeutung von Grenzen, vom Dazugehören und Ausgeschlossensein. Der Titel spielt aber auch auf ein Kapitel der jüngeren deutschen Vergangenheit an, als mit Mauerspringer jene Personen bezeichnet wurden, die von der Westseite nach Ostberlin über die innerdeutsche Mauer kletterten — ein illegaler Grenzübertritt gegen die übliche Fluchtrichtung.

 

Fernando Sánchez Castillo

gehört zu den bedeutendsten spanischen Künstlern seiner Generation. 1970 in Madrid geboren, studierte er Bildende Kunst an der Universidad Complutense in Madrid und war zu Stipendienaufenthalten an der École national supérieure des Beaux-Arts in Paris und an der Rijksakademie Amsterdam. Mit seinen meist politischen Werken ist er international in vielen großen Ausstellungen vertreten und stellte unter anderem im Palais des Beaux Arts Brüssel, in der Tate Modern in London, im MoMA New York oder auf der Venedig-Biennale aus.

 

5 Tore / 5 Orte

Fünf durch eine Mauer verbundene Tore führten im Mittelalter in die Stadt Herford. Von hier gelangte man auch auf den wichtigsten Verbindungsstraßen in die umliegenden Handelszentren. Mit der Zeit verloren die Tore an Bedeutung, die Stadtmauern wurden zu eng und die Stadtgrenze verlagerte sich nach außen. Heute sind von den historischen Toren nur noch die Namen geblieben, an ihren Stellen finden sich nun große Verkehrsknotenpunkte oder Brücken. 2006 wurde das Langzeitprojekt „5 Tore / 5 Orte“ von Marta Herford ins Leben gerufen. Für die fünf „verlorenen“ Stadttore werden internationale zeitgenössische Künstler*innen eingeladen, eine Skulptur im öffentlichen Raum zu entwickeln, um die Stadtgrenze als Übergangsort zu markieren und zu thematisieren sowie die Zukunft der Stadt, ihre Handels- und Austauschbeziehungen zu verdeutlichen.