Mit dem Ausstellungsprogramm 2026 positioniert sich das Marta Herford einmal mehr an der Schnittstelle von Kunst und Architektur und verbindet historische Perspektiven mit aktuellen Fragestellungen. Mit insgesamt fünf Ausstellungen wird ein Bogen von dem visionären Ansatz Frank Gehrys und den Künstler*innen seiner Generation bis zu aktuellen künstlerischen, poetischen, politischen und ökologischen Fragestellungen gespannt.
Mit der ersten Präsentation seiner Werke nach Frank Gehrys Tod († 5. 12. 2025) wird im Sommer 2026 die Ausstellung Mindset Los Angeles die Quellen der visionären Architektur Gehrys durch seine Verbindungen in die Kunstszene der Westküste aufzeigen. Ausgehend von Gehrys Entwürfen sowie Werken heute prominenter Künstler seit den 1960er Jahren wird die Schau im Obergeschoss mit nachfolgenden Generationen erweitert, so dass das Projekt von Juni bis November 2026 das gesamte Museumsgebäude einnimmt.
Auch die Ausstellung von Lois Weinberger und Katinka Bock befasst sich mit der Architektur des Museums. Verborgene Wasserleitungen sowie das organische Wachstum werden als künstlerisch poetischer Prozess sichtbar gemacht. Das Marta als Museum für Gegenwartskunst bietet auch der ganz jungen Generation eine Bühne und ist erstmalig Station des renommierten ars viva-Preises, der bereits seit 1953 heute im Kanon angekommene Künstler*innen früh gefördert hat. Mit dem 2015 gegründeten Marta-Preis wird in diesem Jahr die international renommierte Malerin Kerstin Brätsch ausgezeichnet. Ihre Ausstellung ergänzt eine Installation, die im November 2025 im Marta Café eröffnet wurde. Im Kontext des Marta-Preises der Wemhöner Stiftung wird zudem ein weiteres Werk der Künstlerin im Anschluss an ihre Einzelausstellung die Museumssammlung erweitern.
Kartographien des Wachstums – Katinka Bock im Dialog mit Lois Weinberger
7. 2. – 7. 6. 2026
Eröffnung Freitag, 6. 2. 2026, ab 18 Uhr
In der einzigartigen Architektur der Gehry-Galerien treten Werke des visionären Pioniers Lois Weinberger (1947 in Stams, † 2020 in Wien) und der zeitgenössischen Bildhauerin Katinka Bock (1976 in Frankfurt, lebt in Paris) in einen künstlerischen Dialog. Dieser widmet sich Prozessen, die sowohl in Natur und Material als auch in Architekturen und Raum angelegt sind. Während sich Weinberger in seinem Werk so genannten „Ruderalpflanzen“, vermeintlichen Unkräutern, sowie Kartographien und archäologischen Spuren verschrieb, fokussiert Katinka Bock mit ihren Arbeiten physikalische Veränderungen von Materialien, die sie in poetische Installationen überführt. Beide Künstler*innen verbindet die Beschäftigung mit natürlichen Vorgängen, die künstlerisch genutzt werden. Die für die Ausstellung gewählten und zum Teil neu entstandenen Werke reagieren auf die Museumsarchitektur und wachsen buchstäblich über diese hinaus in den Außenraum rund um das Marta.
Ort
Gehry-Galerien
Mit freundlicher Unterstützung
Kunststiftung NRW, Österreichisches Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, Institut Français, République Française
ars viva 2026 – Ryan Cullen, Nazanin Noori, Prateek Vijan
14. 3. – 25. 5. 2026
Eröffnung Freitag, 13. 3. 2026, ab 18 Uhr
Die Ausstellung präsentiert die drei ars viva-Preisträger*innen 2026 und richtet damit den Blick auf eine junge Generation von Künstlerinnen. Die eigens für die Schau entwickelten Beiträge kommentieren auf unterschiedliche und eindrückliche Weise kulturelle, gesellschaftliche und politische Verflechtungen. Ryan Cullen thematisiert in seinen Malereien und Skulpturen politische und ideologische Strukturen. Nazanin Noori setzt sich mit der Verbindung von Architektur, Skulptur und Klang auseinander und schafft multisensorische Erzählungen, in denen sich interkulturelle poetische und musikalische Quellen verbinden. Prateek Vijan untersucht, wem zu welchen Systemen Zugang gewährt wird und auf welche Weise. Mit seinen Installationen konfrontiert er die Besuchenden mit Situationen von Ausgrenzung und Barrieren, die er räumlich erfahrbar macht.
Den ars viva-Preis für Bildende Kunst vergibt der Kulturkreis jährlich seit 1953 an herausragende junge, in Deutschland lebende Künstler*innen unter 35 Jahren. Das Marta Herford ist die erste mehrerer Ausstellungsstationen.
Ort
Lippold-Galerie
In Kooperation mit
Kulturkreis der deutschen Wirtschaft
Gefördert durch
Péter Horváth Stiftung
Mindset Los Angeles – Frank Gehry und die Cool School
27. 6. 2026 – 10. 1. 2027
Eröffnung Freitag, 26. 6. 2026, ab 18 Uhr
Das Denken und Bauen des Architekten Frank Gehry ist maßgeblich mit dem Einfluss von Los Angeles und der dortigen Kunstszene verbunden. Diese umfassende Ausstellung widmet sich Gehrys früher künstlerischer Prägung, die zu seinem revolutionären Ansatz führte, Architektur neu zu denken. Das freigeistige Umfeld rund um die Gruppe der „Cool School“, die sich seit Ende der 1950er Jahre in Los Angeles etablierte, war ein Schmelztiegel künstlerischer (Material-) Experimente, geprägt von der Beat-Literatur. In diesem vibrierenden Netzwerk an der kalifornischen Küste entwickelt sich ein inspirierender kunst- und architekturübergreifender Dialog. Die Schau im Marta Herford, einer einzigartigen Bauskulptur von Frank Gehry, versammelt diese Einflüsse und eröffnet Verbindungen zu ikonischen Werken der amerikanischen Nachkriegskunst sowie der folgenden Generationen aus diesem Kontext. Erstmalig wird mit dieser Ausstellung der künstlerische Einfluss von Frank Gehry thematisiert.
Künstler*innen
John Altoon, Carl Andre, John Baldessari, Larry Bell, Billy Al Bengston, John Chamberlain, Corita Kent, Frank Gehry, David Hockney, Donald Judd, Claes Oldenburg, Ken Price, Deborah Remington, Ed Ruscha, Richard Serra, Pae White u. a.
Ort
Gehry-Galerien
Gefördert durch
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Mindset Los Angeles – Werke aus der Sammlung Schürmann
27. 6. – 8. 11. 2026
Eröffnung Freitag, 26. 6. 2026, ab 18 Uhr
Die Kunstszene aus Los Angeles als breites Mindset nimmt in dieser Laufzeit das gesamte Museum Marta ein. Das kalifornische Lebensgefühl, aber auch hiermit verbundene Dystopien schaffen die Matrix für eine Künstler*innen-Szene, die sich bis auf aktuelle Generationen auswirkt. Ausgewählte Werke aus der umfangreichen Sammlung Schürmann zeigen exemplarische Positionen der 1990er- und Nullerjahre und knüpfen an die sogenannten „Cool School Artists“ an, die im Erdgeschoss im Zentrum stehen. Das Herzstück in der Lippold-Galerie bildet die laborartige Installation The Great See Battles of Wilhelm Schürmann (1994–95) von Jason Rhoades, die auf Fotografien des Sammlers basiert. Themen wie gesellschaftliche Brüche, Spannungen und widersprüchliche Bilder, oft im Kontext der US-amerikanischen (Konsum-)Kultur, definieren zugleich den gedanklichen Rahmen für die weiteren Skulpturen und Malereien, die hier zusammen präsentiert werden. Das Museum Marta als Ort des Raumerlebnisses wie auch die Achse Herford-Los Angeles werden so einmal mehr in den Fokus der Ausstellungsprogrammatik gerückt.
Künstlerinnen
Edgar Arceneaux, Sam Durant, Richard Hawkins, Jason Rhoades, Aura Rosenberg u. a.
Ort
Lippold-Galerie
Gefördert durch
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Kerstin Brätsch – Marta-Preis 2025
28. 11. 2026 – 28. 2. 2027
Eröffnung Freitag, 27. 11. 2026, ab 18 Uhr
Die bereits renommierte Künstlerin Kerstin Brätsch (1979 in Hamburg, lebt in Berlin und New York) verbindet in ihren Werken digitale Verfahren, Vervielfältigungsmethoden – sowie traditionelle Handwerkstechniken mit malerischer Gestik. Es entstehen farbintensive und vielschichtige Installationen, die Räume in Erlebnisfelder transformieren. Mit ihrer Malerei positioniert sich die Künstlerin in einer zeitgemäßen Debatte um Postdigitalität. Durch ihre kollaborative Praxis, ihr stetiges Ausprobieren neuer handwerklicher Techniken sowie durch Installationen außerhalb von klassischen Ausstellungsräumen hinterfragt sie die Aura von Kunst – die besondere Ausstrahlung und Einzigartigkeit eines Werks – insbesondere in Bezug auf Malerei.
Die Ausstellung wird mit der Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Marta-Preises eröffnet. Dieser wurde 2025 neu ausgerichtet und umfasst eine Ausstellung, eine Publikation sowie ein Werk, das in die Sammlung Marta übergeht. Derdie Preisträger* in wird von einer unabhängigen Fachjury ausgewählt.
Ort
Lippold-Galerie
Der Marta-Preis wird von der Wemhöner Stiftung getragen.








