Mohamed Bourouissa

Pour Noubia

13. 9. 2025

18. 1. 2026

Mohamed Bourouissa, Noubia, 2025, Videoinstallation (Still) (Detail), © 2025 VG Bild-Kunst, Bonn, der Künstler und Noubia Meier Collection
Mohamed Bourouissa, Noubia, 2025, Videoinstallation (Still) (Detail), © 2025 VG Bild-Kunst, Bonn, der Künstler und Noubia Meier Collection

Die bisher größte Ausstellung des in Algerien geborenen und in Paris lebenden Künstlers Mohamed Bourouissa (*1978) in Deutschland bietet einen Blickauf sein Werk von den frühen 2000er Jahren bis heute.

Anhand einer Auswahl von Filmen, Fotografien, Installationen und Skulpturen versammelt Bourouissa
Werke, die von verschiedenen Formen der Gewalt, ausgehend von kolonialistischen Ideologien zeugen. Ob sie alltäglich und banalisiert oder institutionell ist, es ist eine Gewalt, die er und viele andere rassifizierte Menschen kennen und erlitten haben. Dennoch sind Bourouissas Werke weit davon entfernt, konfrontativ zu sein. Im Gegenteil: während sie uns in die Intimsphäre ihrer Protagonist*innen eintauchen lassen, erzeugen sie ein Gefühl der Menschlichkeit, in dem die Würde über die Demütigung triumphiert. Kunst wird zu einer Strategie der Verteidigung und Selbstermächtigung, die es den Individuen ermöglicht, sich ihre Geschichte wieder anzueignen – sei es ein Häftling, ein ehemaliger Patient einer psychiatrischen Klinik oder Bourouissas Tante Noubia (Foto), die nach Osnabrück migrierte und dort bis zu ihrem Tod lebte.

Die Ausstellung wurde von der Gastkuratorin Oriane Durand kuratiert

Begleitprogramm

Sa, 10. 1. 2026, 16–17:30 Uhr
Veranstaltung

Was haben die Themen der Ausstellung mit dem Leben der Menschen in der Region zu tun? Alltagsnah und aus verschiedenen Perspektiven tauschen wir uns mit lokalen Expert*innen über gesellschaftsrelevante Fragen aus. Hier entsteht Raum für Begegnung und überraschende Gedanken. Bei diesem Format steht das gemeinsame Sprechen mit den Besucher*innen im Vordergrund.

Am 10.01. sind Bilal Hasaf (Mitglied des Integrationsrats der Stadt Herford) und Erhan Kara (NRWeltoffen Herford) zu Gast. Gemeinsam schauen wir uns die Film-Installation Généalogie de la Violence und die Fotoserie Périphérique von Mohamed Bourouissa in der Ausstellung an, in der der Künstler Fragen von Diskriminierung, Machtverhältnissen und sozialer Ungleichheit behandelt. Anschließend laden wir zu einem gemeinsamen Austausch über diese Themen in gemütlicher Runde im Marta-Atelier ein.

Ticket
kostenlos

Anmeldung
ohne Anmeldung

 

So, 18. 1. 2026, 14–15 Uhr
Führung

Zur Finissage der Ausstellung Mohamed Bourouissa – Pour Noubia richtet die Marta-Direktorin Kathleen Rahn einen persönlichen Blick auf die endende Ausstellung. Die Teilnehmer*innen erfahren Hintergrundinformationen über den Künstler und sein Schaffen wie auch über einzelne Ausstellungsthemen.

Ticket

3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt, ohne Anmeldung

 

So, 18. 1. 2026, 16–17 Uhr
Veranstaltung

Am letzten Tag der aktuellen Ausstellung Mohamed Bourouissa – Pour Noubia kommt der Künstler im Januar erneut ins Marta. Das Gespräch zwischen Bourouissa und der Gastkuratorin Oriane Durand anlässlich der Finissage gibt wissenswerte Einblicke in sein Schaffen, einzelne Werke sowie auch in den Entstehungsprozess dieser Einzelausstellung.

Die Schau im Marta Herford ist die bisher größte Ausstellung des in Algerien geborenen und in Paris lebenden Künstlers Mohamed Bourouissa (*1978) in Deutschland. Auf poetische Weise und in ergreifenden Rauminszenierungen in den Gehry-Galerien zeigt der Künstler anhand einzelner Protagonist*innen Themen auf, die von einer sich bis heute fortschreibenden Kolonialgeschichte und struktureller Diskriminierung bis hin zu persönlicher Erinnerung reichen.

Bourouissa studierte u.a. Fotografie an der École nationale supérieure des Arts Décoratifs in Paris (2008) und an Le Fresnoy (2008–2010). Er lebt und arbeitet in Paris. Als interdisziplinärer Künstler arbeitet er mit den Medien Fotografie, Video, Installation, Skulptur sowie Zeichnungen. Im Zentrum seiner künstlerischen Auseinandersetzung stehen Themen wie soziale Dynamiken, Machtverhältnisse und Identität. Dabei sind immer wieder marginalisierte Gruppen und Personen „am Rande der Gesellschaft“ die Protagonist*innen seiner Arbeiten.

Bourouissas Werke wurden international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Sie sind Teil bedeutender öffentlicher und privater Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art (MoMA), New York; Centre Pompidou, Paris; Finnish Museum of Photography, Helsinki; Fondation Louis Vuitton, Paris; Los Angeles County Museum of Art (LACMA), Los Angeles; Stedelijk Museum, Amsterdam; sowie die Sammlung Philara, Düsseldorf.

Sein Schaffen wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt, unter anderem beim Clermont-Ferrand International Short Film Festival (2025), den Internationalen Kurzfilmtagen (2025), mit dem Photobook Prize der Paris Photo – Aperture Foundation für das Buch Périphérique (2022), dem Deutsche Börse Photography Foundation Prize (2020), dem Prix Fondation Blachère (2010), dem Prix Studio Collector der Fondation Antoine de Galbert (2007) sowie dem ersten Preis bei den Rencontres d’Arles (2007). Zudem war er für den Mario Merz Prize (2024), den Prix Marcel Duchamp (2018) und den Prix Pictet (2017) nominiert.

Oriane Durand ist freie Kuratorin und Autorin und lebt in Frankreich und Deutschland. Die studierte Kunsthistorikerin leitete in der Vergangenheit unter anderem den Kunstverein Dortmund und den Kunstverein Bielefeld. In ihrer kuratorischen Praxis gilt ihr Interesse der Entdeckung junger Künstler*innen und experimenteller Praktiken. Für das Marta Herford entwickelte sie gemeinsam mit Mohamed Bourouissa diese bislang größte Überblicksschau des Künstlers in Deutschland.

Info

Veranstaltung in der Ausstellung Mohamed Bourouissa (Gehry-Galerien)

Ticket

Im Ausstellungseintritt enthalten

Dank
Marta-Partner

Für die langfristige Unterstützung unseres Programms danken wir sehr herzlich den Marta Herford Corporate Partnern und Corporate Premium Partnern sowie dem Marta-Fonds für neue Kunst.

Gefördert durch

In Kooperation mit

Begleitprogramm

Heute findet kein Begleitprogramm statt.

Ausstellungen