Architektur & Konzept

Mit seinen fließenden und kippenden Wänden ist das Marta im ostwestfälischen Herford eines der ungewöhnlichsten Museumsbauwerke weltweit. Für die Fassade wählte der amerikanische Star-Architekt Frank Gehry dunkelrote Backsteine, die im Kontrast stehen zum hellen Edelstahldach und dem weiß verputzten Gebäudekern.

Die schwingende Bewegung der Formen findet ihren Nachklang im losen Verbund der Steine auf dem Boden und die wogende Dachlandschaft spiegelt auch den angrenzenden Flusslauf der Aa wieder. Im Innern des Museums setzt sich dies fort: Als bewegte Raumvolumen mit geradezu tänzerischer Choreographie verwandelt die Architektur jede Ausstellung in ein besonderes Raumerlebnis. Neben den Galerien umfasst der Gehry-Bau außerdem das lichtdurchflutete Marta Café mit Außenterasse am Wasser, den Museums-Shop und ein Veranstaltungsforum. Eine ganz andere Architektursprache aus geraden Linien und rechten Winkeln eröffnet sich dem Besucher in der Lobby. Den Kern des Museums bildet nämlich eine ehemaligen Textilfabrik der Firma Ahlers, die 1959 von Walter Lippold errichtet wurde. Gehry ließ dieses Gebäude in seiner Grundstruktur weitestgehend unverändert. Während sich in der ersten Etage dieses Bestandsbaus mit der Lippold-Galerie weitere Ausstellungsräume befinden, folgen darüber das Marta-Atelier, die Marta-Büros und Seminarräume sowie die Räumlichkeiten der Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein-Westfalen. Mit der Eröffnung im Mai 2005 setzte die Stadt Herford auch ein eindeutiges Signal für eine zukunftsorientierte Entwicklung des Bahnhofsviertels. Die Skulpturen rund um das Marta-Gelände zählen zu den wichtigsten Kunstwerken in der Stadt. In den letzten Jahren hat das Museum auch durch seine schrittweise Erweiterung dazu beigetragen, dass die Besucher das Marta als einen lebendigen Treffpunkt erleben. So bietet das Marta-Atelier in der zweiten Etage ideale Voraussetzungen für ein vielfältiges Workshop-Programm der Museumspädagogik. Und der idyllische Garten am Marta-Depot, gestaltet vom renommierten „atelier le balto“, lädt jederzeit zu einem spontanen Aufenthalt mit Blick auf den Fluss ein.
Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sich Herford zu einem für seine Möbel- und Bekleidungsindustrie bedeutsamen Standort entwickelt. Diese höchst produktive und weltweit aktive wirtschaftliche Struktur brachte 1996 engagierte Köpfe auf die Idee, ein unübersehbares Zeichen in der Region zu setzen. Grundgedanke war die Zusammenführung von Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft in einem spektakulären Gebäude. Die Entscheidung für Frank Gehry als Architekt und Jan Hoet als Gründungsdirektor gab dem Projekt die entscheidende Richtung. Am 7. Mai 2005 wurde Marta Herford schließlich unter großem öffentlichem Interesse feierlich eröffnet. Nachdem das Museum von 2009 bis 2021 von Roland Nachtigäller geleitet wurde, hat Kathleen Rahn im Februar 2022 die künstlerische Direktion übernommen.
Marta Herford setzt Maßstäbe. Innovativ gedacht und zukunftsweisend geführt ist es ein Ort, an dem sich Wissen, Denken und Kreativität mit Lebensfreude verbinden. Hier treffen Fragen an die Gegenwart auf Ideen für Morgen. Marta Herford ist ein international ausgerichtetes Museum für zeitgenössische Kunst mit besonderem Blick auf die Bezüge zu Architektur und Design. Ausstellen und Vermitteln stehen im Zentrum unseres Engagements für die Kunst. Gleichermaßen fühlen wir uns den klassischen Aufgaben des Museums verbunden: Sammeln, Bewahren und Forschen. Dabei bleiben wir mit unserem Fokus auf zeitgenössischen Strömungen und Entwicklungen immer neugierig, offen und experimentell. Die Vermittlung unserer Ideen nach außen wurzelt in einer regionalen Identität und basiert auf einer internationalen Vernetzung.

Begleitprogramm

So, 13. 9. 2026, 14–15 Uhr
Führung

Zum Thema des bundesweiten Tags des offenen Denkmals bietet das Marta Herford eine Architekturführung als Sonderprogramm an. An der Seite einer*s Kunstvermittler*in erleben Sie die einzigartige Gehry-Architektur des Museums. Während des einstündigen Rundgangs bekommen Sie Informationen rund um das Marta als Bauwerk und haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Ticket
3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt

Anmeldung
ohne Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

So, 13. 9. 2026, 15–16 Uhr
Führung

In einer einstündigen Führung mit unseren freien Kunstvermittler*innen durch die aktuellen Ausstellungen bekommen Sie Informationen zu den ausstellenden Künstler*innen und ihren Werken und haben die Möglichkeit, Fragen an die Kunst zu stellen.

Ticket
3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt

Anmeldung
ohne Anmeldung

Mi, 16. 9. 2026, 18–19 Uhr
Führung

In einer einstündigen Führung mit unseren freien Kunstvermittler*innen durch die aktuellen Ausstellungen bekommen Sie Informationen zu den ausstellenden Künstler*innen und ihren Werken und haben die Möglichkeit, Fragen an die Kunst zu stellen.

Ticket
3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt

Anmeldung
ohne Anmeldung

Mi, 16. 9. 2026, 18–20 Uhr
Führung

Kunstgenuss zum Feierabend: Jeden Mittwoch lädt das Marta ein, den Tag mit einem Ausstellungsbesuch entspannt bis 20 Uhr ausklingen zu lassen.

Sa, 19. 9. 2026, 15–16 Uhr
Führung

In einer einstündigen Führung mit unseren freien Kunstvermittler*innen durch die aktuellen Ausstellungen bekommen Sie Informationen zu den ausstellenden Künstler*innen und ihren Werken und haben die Möglichkeit, Fragen an die Kunst zu stellen.

Ticket
3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt

Anmeldung
ohne Anmeldung

So, 20. 9. 2026, 14–15 Uhr
Führung

An der Seite einer*s Kunstvermittler*in erleben Sie die einzigartige Gehry-Architektur des Museums. Während des einstündigen Rundgangs bekommen Sie Informationen rund um das Marta als Bauwerk und haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Ticket
3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt

Anmeldung
ohne Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

Sa, 26. 9. 2026, 14–15:30 Uhr
Führung

Gemeinsam mit der erfahrenen Kunstvermittlerin Angelika Höger bieten wir einen barrierefreien Rundgang durch die aktuelle Ausstellung an.

Ticket
3,50 Euro + ermäßigter Eintritt, Begleitpersonen sind frei (zahlen weder Führung noch Eintritt)

Anmeldung
Um eine Anmeldung unter bildung@marta-herford.de oder telefonisch unter 05221.994430-0 wird gebeten, begrenzte Teilnehmer*innenzahl.

So, 27. 9. 2026, 14–15 Uhr
Führung

Kosten

Erwachsene 3,50 € zzgl. Eintritt, Kinder Eintritt frei

Alter

empfohlen für Grundschulalter bis max. einschließlich 14 Jahren

 

Mi, 30. 9. 2026, 18–19 Uhr
Führung

Zu dieser einstündigen dialogischen Führung sind Personen als Experten eingeladen, die damals den Bau und das Entstehen des Museums auf unterschiedliche Weise begleiteten. Im Gespräch mit der Marta-Direktorin Kathleen Rahn wird in diesem Rundgang durch die Ausstellung Mindset Los Angeles mit dem Hintergrundwissen des jeweiligen Experten eine besondere Perspektive eröffnet: auf die Ausstellung, den Architekten Frank Gehry und die Entstehung des Marta Herford (Eröffnung 2005).

Dieser Rundgang findet mit Eckard Hofmeister statt, der mit seinem Unternehmen Dach + Asphalt GmbH (Herford) die geschwungene Edelstahldachkonstruktion des Marta Herford realisierte.

Ticket:

3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt, ohne Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

 

Weitere Führungen mit Zeitzeugen:

Mi 2. 9., 18 Uhr: mit Hartwig Rullkötter, der als ausführender Architekt (Archimedes GmbH, Herford) den Bau des Marta Herford verantwortete.

Mi 4.11., 18 Uhr: mit Hartmut Braun (Herford), ehemaliger Redakteur der Neuen Westfälischen.

So, 4. 10. 2026, 14–15 Uhr
Führung

An der Seite einer*s Kunstvermittler*in erleben Sie die einzigartige Gehry-Architektur des Museums. Während des einstündigen Rundgangs bekommen Sie Informationen rund um das Marta als Bauwerk und haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Ticket
3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt

Anmeldung
ohne Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

Mi, 14. 10. 2026, 18–19 Uhr
Führung

In einer einstündigen Führung mit Marta-Direktorin Kathleen Rahn durch die aktuelle Ausstellung Mindset Los Angeles erfahren die Teilnehmenden Hintergründe zu der Ausstellung, ihrer Entstehung und den ausgestellten Werken. Wissenswertes über Frank Gehry (1929–2025), den Architekten des Marta Herford, wird ebenso vermittelt wie über die Künstler*innen seiner Zeit in Los Angeles, welche sein Schaffen sehr prägten. Davon ausgehend werden auch Werke nachfolgender Generationen von Künstler*innen in L.A. thematisiert.

(Gehry-Galerien und Lippold-Galerie, 1. Etage)

Ticket

3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt, ohne Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

 

Mi, 28. 10. 2026, 18–19 Uhr
Führung

In einer einstündigen Führung mit Marta-Kurator Alke Heykes durch die aktuelle Ausstellung Mindset Los Angeles erfahren die Teilnehmenden Hintergründe zu der Ausstellung, ihrer Entstehung und den ausgestellten Werken. Wissenswertes über Frank Gehry (1929–2025), den Architekten des Marta Herford, wird ebenso vermittelt wie über die Künstler*innen seiner Zeit in Los Angeles, welche sein Schaffen sehr prägten. Davon ausgehend werden auch Werke nachfolgender Generationen von Künstler*innen in L.A. thematisiert.

(Gehry-Galerien und Lippold-Galerie, 1. Etage)

Ticket

3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt, ohne Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

 

Mi, 4. 11. 2026, 18–19 Uhr
Führung

Zu dieser einstündigen dialogischen Führung sind Personen als Experten eingeladen, die damals den Bau und das Entstehen des Museums auf unterschiedliche Weise begleiteten. Im Gespräch mit der Marta-Direktorin Kathleen Rahn wird in diesem Rundgang durch die Ausstellung Mindset Los Angeles mit dem Hintergrundwissen des jeweiligen Experten eine besondere Perspektive eröffnet: auf die Ausstellung, den Architekten Frank Gehry und die Entstehung des Marta Herford (Eröffnung 2005).

Dieser Rundgang findet mit Hartmut Braun (Herford) statt; als langjähriger Redakteur der Neuen Westfälischen begleitete er damals das Entstehen und Wirken des Marta.

 

Ticket:

3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt, ohne Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

 

Weitere Führungen mit Zeitzeugen:

Mi 2. 9., 18 Uhr: mit Hartwig Rullkötter, der als ausführender Architekt (Archimedes GmbH, Herford) den Bau des Marta Herford verantwortete.

Mi 30. 9., 18 Uhr: mit Eckard Hofmeister, der mit seinem Unternehmen Dach + Asphalt GmbH (Herford) die geschwungene Edelstahldachkonstruktion des Marta Herford realisierte.

 

Mi, 11. 11. 2026, 18:30–20:30 Uhr
Führung

Stadt + Vision – Herforder Architekturgespräche – Frank Gehry Spezial

18.30 Uhr: Dialogischer Ausstellungsrundgang mit Prof. Berthold Heinrich Penkhues und Marta-Direktorin Kathleen Rahn

19.30 Uhr: Bildvortrag im Marta-Forum mit Prof. Berthold Heinrich Penkues 

Dieser besondere Abend in der Reihe Stadt + Vision – Herforder Architekturgespräche ist dem Marta-Architekten Frank Gehry gewidmet – im Rahmen der Ausstellung Mindset Los Angeles – Frank Gehry und die Cool School. Dazu eingeladen ist der Architekt Prof. Berthold Heinrich Penkhues, der in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre im Büro von Frank Gehry arbeitete. In einem einstündigen dialogischen Ausstellungsrundgang werfen Penkhues und Marta-Direktorin Kathleen Rahn darin den Blick vornehmlich auf Gehrys Architekturprojekte.

In seinem anschließenden Bildvortrag im Marta-Forum berichtet Penkhues von seiner mehrjährigen Arbeitsstätigkeit im  kalifornischen  Venice, beziehungsweise Santa Monica, mit Frank Gehry: Aus persönlicher Perspektive veranschaulicht und schildert er prägende Erfahrungen dieser Zeit. 1989 kehrte Penkhues nach Kassel zurück, gründete dort sein eigenes Architekturbüro und war fünf Jahre Lehrbeauftragter und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kassel. 1994 erhielt er einen Ruf an die Technische Universität Carolo Wilhelmina zu Braunschweig und leitet dort das Institut für experimentelles Entwerfen IEX. 2001 erhielt er den Hessischen Kulturpreis für seine herausragenden Leistungen in der Architektur, insbesondere für das Museum in der Korbacher Altstadt.

Ermöglicht wird diese Veranstaltung durch die Kooperation mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten, BDA Ostwestfalen-Lippe.

Ticket

Ausstellungsrundgang: 3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt

Vortrag im Marta-Forum: 5 Euro, erm.* 3 Euro

*Ermäßigt für Personen in Ausbildung (18-27 Jahre) und Menschen mit Behinderung (ab GdB 50), der Nachweis sowie ein Lichtbildausweis sind am Einlass unaufgefordert vorzulegen

Info

Vorverkauf online oder an der Museumskasse (Di bis So 11 bis 18 Uhr, Mi bis 20 Uhr)

An Mittwochabenden sind die Ausstellungen bis 20 Uhr geöffnet.

Mi, 25. 11. 2026, 18–19 Uhr
Führung

In der einstündigen Führung mit Marta-Kuratorin Ann-Kristin Kreisel durch die aktuelle Ausstellung Mindset Los Angeles erfahren die Teilnehmenden Hintergründe zu der Ausstellung, ihrer Entstehung und den ausgestellten Werken. Wissenswertes über Frank Gehry (1929–2025), den Architekten des Marta Herford, wird ebenso vermittelt wie über die Künstler*innen seiner Zeit in Los Angeles, welche sein Schaffen sehr prägten. Davon ausgehend werden auch Werke nachfolgender Generationen von Künstler*innen in L.A. thematisiert.

(Ausstellung in den Gehry-Galerien und in der Lippold-Galerie, 1. Etage)

Ticket

3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt, ohne Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

Mi, 9. 12. 2026, 18–19 Uhr
Führung

In einer einstündigen Führung mit Marta-Direktorin Kathleen Rahn durch die aktuelle Ausstellung Mindset Los Angeles erfahren die Teilnehmenden Hintergründe zu der Ausstellung, ihrer Entstehung und den ausgestellten Werken. Wissenswertes über Frank Gehry (1929–2025), den Architekten des Marta Herford, wird ebenso vermittelt wie über die Künstler*innen seiner Zeit in Los Angeles, welche sein Schaffen sehr prägten. Davon ausgehend werden auch Werke nachfolgender Generationen von Künstler*innen in L.A. thematisiert.

(Gehry-Galerien und Lippold-Galerie, 1. Etage)

Ticket

3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt, ohne Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

 

Archiv Stadt + Vision

Seit 2013 thematisieren die „Herforder Architektur­­gespräche“ Ideen und Visionen des Lebens in der Stadt sowie aktuelle Fragen zu Architektur und Städtebau – ein anregender Abend mit nam­haften und meinungs­starken Persön­lich­keiten, nicht nur für Architekt*innen!

Begleitprogramm

11.30 18.00
Veranstaltung

Begleitend zur Ausstellung Mindset Los Angeles wird jeden Sonntag ein ausgewähltes Filmprogramm bei freiem Eintritt im Marta-Forum präsentiert (an einzelnen Sonntagen an einem alternativen Ort).

 

1. Programmblock (28. 6.–27. 9. 2026)

11.30–12.18 Uhr: Gehry’s Vertigo (48 Min.)

12.30–13.25 Uhr: Large Scale Projects: Claes Oldenburg / Coosje Van Bruggen (55 Min.)

13.30–14.52 Uhr: Sketches of Frank Gehry (82 Min.)

15–17.51 Uhr: Los Angeles Plays Itself  (171 Min.)

 

Der erste Teil des Filmprogramms versammelt vier Filme, die sich Frank Gehrys Architektur und ihrem Bezug zur Kunst aus unterschiedlichen Richtungen nähern. Darüber hinaus wird die Stadt Los Angeles in den Blick genommen. Gehry’s Vertigo zeigt das Guggenheim-Museum in Bilbao aus der Perspektive der abgeseilt arbeitenden Reinigungskräfte und bringt  seine geschwungenen Flächen schwindelerregend nahe. Large Scale Projects zeigt Gehrys Zusammenarbeit mit dem Künstler*innenpaar Claes Oldenburg und Coosje  Van Bruggen, aus der Werke hervorgehen, die sich zwischen Skulptur, Objekt und Architektur bewegen.

In Sketches of Frank Gehry zeichnet Sydney Pollack ein persönliches Porträt und wendet sich dem Architekten selbst zu: seiner Person und seinem Arbeitsprozess, von der ersten raschen Skizze über Modelle bis zum fertigen Gebäude. Los Angeles Plays Itself richtet den Blick schließlich auf die Stadt und fragt, wie deren moderne Architektur im Kino gelesen und immer wieder umgedeutet wird. Das Programm verbindet so das einzelne Bauwerk, den Entwurfsprozess, die Nähe zur Kunst und die Stadt als Bild; jenes Los Angeles, aus dem Frank Gehry und die Cool School hervor­gingen und welches sie ihrerseits mitprägten.

 

11.30–12.18 Uhr:
Gehry’s Vertigo (Gehrys Höhenschwindel)
Regie: Ila Bêka & Louise Lemoine · 2011 · 48 Min. · Spanisch (engl. Untertitel) · Bêka & Lemoine

Der Film erschließt das Guggenheim-Museum in Bilbao aus ungewohnter Perspek­tive: aus dem Blickwinkel der Reinigungskräfte, die den 1997 von Frank Gehry errich­te­ten Bau am Seil hängend reinigen und instand halten. Die Kamera folgt ihnen im Inneren des Museums wie auch außen; an der titanverkleide­ten Fassade und auf dem Dach ebenso wie im hohen, gläsernen Atrium. Die für Gehry charakteristischen geschwunge­nen, schräg geneigten Flächen machen die Arbeit in oft schwindel­erre­gen­der Höhe zur Herausforde­rung. Darauf spielt auch der Titel an: Vertigo bedeutet Schwindel. Ein Teil der Kameras ist an den Helmen der Arbeitenden befestigt, sodass man Dach und Atrium aus ihrer subjektiven Perspektive erlebt; die mitunter wacke­ligen Bilder verleihen dem Film eine unmittelbare, authentische Wirkung.

Auf eine erklärende Erzählstimme wird verzichtet; zu hören sind Äuße­run­gen der Arbeitenden selbst. Daneben beobachtet der Film das alltägliche Geschehen im Museum, etwa eine Hochzeitsgesellschaft beim Fotografieren, und begleitet einen Jungen, der die Räume durchstreift. So wird das Bauwerk von innen wie außen erfahrbar, durch die Augen derer, die ihm täglich am nächsten kommen.

 

12.30–13.25 Uhr:
Large Scale Projects: Claes Oldenburg / Coosje Van Bruggen (Großprojekte: Claes Oldenburg / Coosje Van Bruggen)
Regie: Lana Jokel & Nicholas Doob · 1992 · 55 Min. · Englisch · Filmmakers Library / Alexander Street

Der Film porträtiert die künstlerische Zusammenarbeit von Claes Oldenburg (1929–2022) und Coosje Van Bruggen (1942–2009), die über drei Jahrzehnte hinweg gemein­sam monumentale Skulpturen für den öffentlichen Raum schufen. Die gebürtige Niederländerin Van Bruggen kam aus dem kuratorisch-kunsthistorischen Feld und war Kuratorin am Stedelijk Museum in Amsterdam; der in Schweden geborene Oldenburg war ein amerikani­scher Bildhauer, der sich mit Alltagsobjekten und der Konsumwelt auseinandersetzte und neben Andy Warhol zu den Ikonen der Pop Art zu zählen ist. Bekannt wurde er für die vergrößerte Darstellung alltäglicher Gegenstände ins Monumentale, wodurch vertraute Objekte zu raumgreifenden Formen verfremdet wurden.

Der Film begleitet mehrere ihrer Projekte von der ersten Idee bis zur Aufstellung, darunter Spoonbridge and Cherry (Löffel­brücke und Kirsche, 1988) in Minneapolis und Dropped Bowl with Scattered Slices and Peels (Heruntergefallene Schüssel mit ver­streuten Scheiben und Schalen, 1989) in Miami. Mehrfach arbeiteten die beiden mit dem Architekten Frank Gehry zusammen, woraus unter anderem das Knife Ship (Messerschiff) hervorging: ein überdimensio­nales Schweizer Taschenmesser, das zugleich ein fahrtüchtiges Schiff war. Für die Biennale in Venedig konzipiert, wurde es 1985 für die Performance Il Corso del Coltello realisiert. Im Film ist es im New Yorker Guggenheim Museum zu sehen.

Auch das Binocular Building (Fernglas-Gebäude, 1991) in Venice, Kalifornien, entstand in Zusammenarbeit mit Gehry. Dort ist die Skulptur unmittelbar in den Bau integriert: Ein monumentales Fernglas bildet den Eingang; zwischen seinen beiden Röhren fahren Autos wie durch ein Tor in die Tiefgarage. In den Röhren liegen Besprechungsräume; und was von außen die Okulare des Fernglases sind, wird hier von innen zum Oberlicht: zwei runde Öffnungen, durch die das Tageslicht herabfällt.

 

13.30–14.52 Uhr:
Sketches of Frank Gehry (Skizzen von Frank Gehry)
Regie: Sydney Pollack · 2006 · 82 Min. · Englisch (mit dt. Untertiteln) · Sony Pictures Classics (PBS American Masters)

Von dem renommierten Hollywood-Regisseur Sydney Pollack stammen Spielfilme wie Tootsie und Out of Africa (Jenseits von Afrika), ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen wie dem Oscar und Golden Globe. Sketches of Frank Gehry ist seine einzige Dokumen­tation. Der Film ist als persönliches Gespräch zweier langjähriger Freunde angelegt, in dem Pollack selbst in Erscheinung tritt. Sein Interesse gilt dabei neben den Gebäuden vor allem dem Menschen Frank Gehry, den er als ausgesprochen selbstkritische Figur zeichnet. Den Ausgangspunkt bilden Gehrys rasche Skizzen, die am Beginn jedes Entwurfs stehen und dem Film seinen Titel geben. Mehrere seiner Bauten werden thematisiert: wie das Guggenheim-Museum in Bilbao, die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles und die DZ Bank (ehemals DG Bank) in Berlin.

Zahlreiche Stimmen kommen hinzu, darunter die Künstler Ed Ruscha und Dennis Hopper sowie der Architekt Philip Johnson. Als Gegenstimme tritt der Kunstkritiker   Hal Foster auf, der Gehrys Werk skeptisch gegenübersteht. 2006 wurde der Film beim Filmfestival in Cannes gezeigt.

  

15–17.51 Uhr:
Los Angeles Plays Itself (Los Angeles spielt sich selbst)
Regie: Thom Andersen · 2003 · 171 Min. · Englisch · The Cinema Guild

Los Angeles ist die Stadt, aus der Frank Gehry und die Cool School hervorgingen, geprägt von modernistischer Architektur, ihren Straßenräumen und ihrer spezifi­schen Atmosphäre. Dieser Essayfilm geht der Frage nach, wie eben diese Stadt im Kino bzw. im Film dargestellt wird. Dafür montierte Thom Andersen über 200 Ausschnitte aus bekannten und weniger bekannten Spielfilmen aus annähernd hundert Jahren Filmgeschichte.

Er ordnete sie drei Rollen zu, die Los Angeles im Film spielt, von der beiläufigsten bis zur tragenden: zunächst die der bloßen Kulisse, vor der die Handlung abläuft; dann als eigenständige Figur, die das Geschehen mitprägt; und schließlich die des eigentlichen Themas, von dem der Film selbst handelt. Andersen stellt die These auf, dass das von Hollywood entworfene Bild das tatsächliche Los Angeles überlagern würde. So legt er etwa offen, wie in Filmen die moderne Architektur der Stadt wiederkehrend zu „Villen von Bösewichten“ umgedeutet werden, wie ganze Stadtviertel hinter dieser Projektion verschwinden, wie Los Angeles als Schauplatz für gänzlich andere Orte dient und wie die berüchtigten Auto-Verfolgungsjagden ein verzerrtes Bild zeichnen.

Den Kommentar verfasst Andersen selbst, in der Ich-Form; gesprochen wird er von seinem Freund Encke King. 2003 erhält der Film beim Filmfestival im kanadischen Vancouver den Preis für den besten Dokumentarfilm.

 

2. Programmblock ( 4.10. 2026–10. 1. 2027)

12–13.22 Uhr: Sketches of Frank Gehry (82 Min.)

13.30–13.57 Uhr: Edward Kienholz: The Story of an Artist (27 Min.) 

14–14.58 Uhr: Frank Gehry: The Formative Years (58 Min.)

15–15.57 Uhr: Artbound: Light & Space (57 Min.)

 

Der zweite Teil des Filmprogramms rückt das Umfeld, aus dem Gehry kam, weiter in den Blick: die Kunstszene von Los Angeles und die sogenannte Cool School. Sketches of Frank Gehry ist auch bei dieser Auswahl der Dreh- und Angelpunkt und zeichnet den Architekten als ausgesprochen selbstkritische Figur, die sich der Welt der Kunst oft näher fühlte als dem eigenen Berufsstand. Ed Kienholz: Story of an Artist führt zum Ausgangspunkt dieser Szene, zur Ferus Gallery, die Kienholz 1957 mitbegründete und die zum Treffpunkt der Cool School wurde.

Frank Gehry: The Formative Years zeigt, wie eng Gehry mit Künstler*innen dieser Szene verbunden war, und erinnert daran, dass er für sein Wohnhaus in Santa Monica gerade jene alltäglichen Industrie­materia­lien verwendete, die damals als architektur­unwürdig galten. Light and Space stellt schließlich die kalifornische Kunstrichtung um Robert Irwin, Larry Bell und Helen Pashgian vor, die durch die Erforschung von unkonventionellen Materialien und dem kalifornischen Licht die Sinneserfahrung selbst zum Thema machte. Ihre Werke berühren Fragen, die auch für Gehrys Schaffen von Bedeutung sind.

So öffnet die Auswahl eine bestimmte Perspektive: Gehrys Architektur erscheint als eigenständige Größe des Bauens, eng verwoben mit einer Szene, die Wahrnehmung erprobte, Disziplingrenzen überschritt und das vermeintlich Geringe zum Material erhob.

 

12–13.22 Uhr:
Sketches of Frank Gehry (Skizzen von Frank Gehry)
Regie: Sydney Pollack · 2006 · 82 Min. · Englisch (mit dt. Untertiteln) · Sony Pictures Classics (PBS American Masters)

Von dem renommierten Hollywood-Regisseur Sydney Pollack stammen Spielfilme wie Tootsie und Out of Africa (Jenseits von Afrika), ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen wie dem Oscar und Golden Globe. Sketches of Frank Gehry ist seine einzige Dokumen­tation. Der Film ist als persönliches Gespräch zweier langjähriger Freunde angelegt, in dem Pollack selbst in Erscheinung tritt. Sein Interesse gilt dabei neben den Gebäuden vor allem dem Menschen Frank Gehry, den er als ausgesprochen selbstkritische Figur zeichnet. Den Ausgangspunkt bilden Gehrys rasche Skizzen, die am Beginn jedes Entwurfs stehen und dem Film seinen Titel geben. Mehrere seiner Bauten werden thematisiert: wie das Guggenheim-Museum in Bilbao, die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles und die DZ Bank (ehemals DG Bank) in Berlin.

Zahlreiche weitere Stimmen kommen hinzu, darunter die Künstler Ed Ruscha und Dennis Hopper sowie der Architekt Philip Johnson. Als Gegenstimme tritt der Kunst­kritiker Hal Foster auf, der Gehrys Werk skeptisch gegenübersteht. 2006 wurde der Film beim Filmfestival in Cannes gezeigt.

  

13.30–13.57 Uhr:
Ed Kienholz: Story of an Artist (Ed Kienholz: Geschichte eines Künstlers)
Regie: William Kronick · 1961 · 27 Min. · Englisch · Wolper Productions (Warner Bros. / Filmbank)

Der Film begleitet den jungen Ed Kienholz (1927–1994) dabei, wie er seine erste Einzel­aus­stellung in der Ferus Gallery in Los Angeles vorbereitete. Diese von ihm und Walter Hopps 1957 gegründete Galerie wurde zum zentralen Treffpunkt und Ort des Austausches der lokalen Künstler*innenszene, der sogenannten Cool School. Kienholz galt als umstrittener Künstler; er verhandelte gesellschaftliche Tabus und Missstände in damals als drastisch empfundenen Bildern. Er ist ein wichtiger Vertreter der Assemblage, einer Technik, bei der Werke aus Alltagsdingen und Fundstücken zusammengesetzt werden. Der Film zeigt vor allem Kienholz bei der Arbeit und mündet schließlich in die dicht gedrängte Eröffnung und die nachfolgende ausgelassene Feier in der Bar Barney’s Beanery. Diese war ebenfalls ein wichtiger Treffpunkt von Künstler*innen und Musiker*innen. Kienholz bildete die Bar später in seiner berühmten begehbaren Skulptur The Beanery (1965) nach.

Entstanden ist der Film 1961 in Los Angeles unter der Regie von William Kronick, als Fernsehproduktion für David L. Wolper, mit einer Titelmusik von Elmer Bernstein; durch die Sendung führt John Willis.

 

 14–14.58 Uhr:
Frank Gehry: The Formative Years (Frank Gehry: Die prägenden Jahre)
Regie: Michael Blackwood · 1988 · 58 Min. · Englisch · Michael Blackwood Productions

Der Film widmet sich den frühen Jahren Frank Gehrys in Los Angeles, kommentiert vom Architekten selbst. Im Zentrum steht sein eigenes Wohnhaus in Santa Monica: ein zunächst gewöhnliches Haus im holländisch-kolonialen Stil aus den 1920er-Jahren. Gehry erweiterte dieses 1978, indem er es mit alltäglichen Industriematerialien um­mantelte, mit Maschendraht, Wellblech und Sperrholz. Solche Materialien galten damals als minderwertig und nicht als architekturwürdige Baustoffe. Mit diesem Umbau setzt Gehry diese gerade deshalb und in völlig neuer Weise ein. Das Haus sorgt so für Aufsehen: bei den Nachbarn für Empörung, in der Fachwelt für Beachtung, die Gehrys Ruf begründet.

Der Film zeigt zudem weitere frühe Bauten im Großraum Los Angeles, das Norton House, die Loyola Law School und das Aerospace Museum, und damit Gehrys Weg vom privaten Wohnhaus zum großen öffentlichen Gebäude. Zu Wort kommen Künstler aus seinem Umfeld in Los Angeles: Billy Al Bengston, Ron Davis und Ed Moses, die Architekturhistoriker Kenneth Frampton und Kurt Forster, sein Psychoanalytiker Milton Wexler sowie seine Mutter Thelma Gehry.

 

15–15.57 Uhr:
Artbound: Light and Space (Richtung Kunst: Licht und Raum)
Regie: Sue Ding · 2020 · 57 Min. · Englisch · KCET / PBS SoCal (Artbound)

Im Mittelpunkt steht die Light and Space-Bewegung, eine in den 1960er-Jahren an der US-amerikanischen Westküste entstandene Kunstrichtung. Sie gilt als kalifornische Spielart des Minimalismus und ist eng mit dem hellen, beständigen Licht in Los Angeles verbunden. Der Film stellt drei zentrale Figuren der Bewegung vor: Robert Irwin, Larry Bell und Helen Pashgian, deren Werk die Kunsthistorikerin und Kuratorin Robin Clark bespricht. Sie arbeiteten mit künstlichem wie ebenso mit natürlichem Licht, das sich im Tagesverlauf verändert. Es wurde als bedeutender Bestandteil der Werke gesehen. Ihre Materialien stammten zum Teil aus der nach dem Zweiten Weltkrieg florierenden Auto- und Luftfahrtindustrie. Im Kern sind diese Arbeiten phänomenologische Untersuchungen; das Objekt ist dabei ein Vehikel, das den Akt des Sehens selbst erfahrbar macht.

Die von Sue Ding gedrehte Folge eröffnete 2020 die elfte Staffel der Reihe Artbound und wurde mit einem Los Angeles Area Emmy ausgezeichnet.

  

Programm + Texte: Marcus Herse, Künstler, Kurator und Wissenschaftler

14.00 16.30
Workshop

Ein Kreativangebot für alle Altersstufen – Kinder und Erwachsene sind eingeladen, im Marta-Atelier zu experimentieren. Es werden wechselnde künstlerische Techniken angeboten.

Ticket
20 Euro (inkl. Material, ohne Eintritt in die Ausstellung)

Anmeldung
mit Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

14.00 15.00
Führung

Zum Thema des bundesweiten Tags des offenen Denkmals bietet das Marta Herford eine Architekturführung als Sonderprogramm an. An der Seite einer*s Kunstvermittler*in erleben Sie die einzigartige Gehry-Architektur des Museums. Während des einstündigen Rundgangs bekommen Sie Informationen rund um das Marta als Bauwerk und haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Ticket
3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt

Anmeldung
ohne Anmeldung, begrenzte Teilnehmer*innenzahl

15.00 16.00
Führung

In einer einstündigen Führung mit unseren freien Kunstvermittler*innen durch die aktuellen Ausstellungen bekommen Sie Informationen zu den ausstellenden Künstler*innen und ihren Werken und haben die Möglichkeit, Fragen an die Kunst zu stellen.

Ticket
3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt

Anmeldung
ohne Anmeldung

Ausstellungen