Die Architektur von Frank Gehry

Im Herzen von Ostwestfalen-Lippe steht einer der innovativsten Museumsbauten weltweit: Das Marta Herford, errichtet nach den Plänen des amerikanischen Star-Architekten Frank Gehry. Die dekonstruktivistische Raumskulptur, mit ihrer Choreographie der Volumen, den stürzenden und aufragenden, wirbelnden Formen beherbergt ein ganzes „Kreativ-System“ aus Ausstellungsräumen, Veranstaltungsforum, Gastronomie, Shop, Seminarräumen und Büros.

Der bauliche Gesamtkomplex Marta Herford besteht eigentlich aus vier einzelnen, geschickt miteinander verbundenen Bauteilen: Der aus drei kleinen und zwei großen Galerien bestehende Ausstellungstrakt (Museum) und ein etwa dreißig Meter langer, leicht gekrümmter Vortrags- und Veranstaltungssaal (Forum) sind parallel zueinander gestellt und öffnen sich in Form eines schmalen Eingangshofes zur Straße. Nach Überqueren dieses Vorplatzes (Plaza) betritt man einen schmalen verglasten Eingangsbau, der einem entkernten und sanierten historischen Fabrikgebäude vorgesetzt ist. Rückseitig grenzt dieser vom Architekten Walter Lippold 1959 errichtete Bau direkt an den Flusslauf der Aa. Ein seitlich direkt am Wasser gelegenes Café/Restaurant mit einer zweigeschossiger Bar aus Kupfer und einer malerischen Terrasse über dem Fluss komplettiert das Ensemble.

Während das Erdgeschoss als Lobby und Verteiler fungiert, wird die erste Etage als Ausstellungsgalerie genutzt, über die sich auf den oberen Etagen die Räume für Museumsverwaltung, die Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein-Westfalen, das TÜV Rheinland LGA Möbelprüfinstitut sowie Repräsentanzen der Fachhochschule Bielefeld und der Hochschule Ostwestfalen erschließen.

Gehrys baulich separierte Anordnung der Funktionen verzichtet im Übrigen nicht auf eine durchaus raffinierte Theatralik zwischen Offenlegung und Verbergen. Regionaltypisch ist die durchgehende Verklinkerung der Fassaden, die in ihrem hellen Rotbraun Bezug auf die industrielle Bauweise der unmittelbaren Umgebung nimmt. Etwa einhundertachtzigtausend Klinkersteine umhüllen die gebogenen und geneigten Außenwände von mehr als dreitausend Quadratmetern. Ein schwingendes, wellenförmiges Edelstahldach verleiht diesem Bau dennoch eine große Leichtigkeit.

Bildergalerie



Projektdaten
Bauherr: MKK GmbH (heute: Marta Herford gGmbH)
Architekt: Frank Gehry, GP, LLP in Koop. mit Archimedes GmbH und rbb architekten GmbH
Ausführender Architekt: Hartwig Rullkötter, Herford
Planung: 1998–2001
Ausführung: 2001–2005
Eröffnung: 7. Mai 2005
Grundstücksfläche: 8.100 qm
Bebaute Fläche: 3.200 qm
Geschossfläche: 7.000 qm
Nutzfläche: 6.000 qm
Verkehrsfläche: 400 qm
Ausstellungsfläche: 2.500 qm
Umbauter Raum: 37.900 m3

Materialien
Edelstahl: ca. 5.000 qm
Klinkerwände: 3.120 qm (ca. 180.000 Klinkersteine)
Gipskarton für Innenausbau: 6.050 qm
Rüttelstoppsäulen: ca. 4.000 m
Stahl: ca.400 t
Baustahl: 280 t
Stahlbeton: ca. 500 m3

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Jeden 1. Sonntag im Monat, um 14 bis 15 Uhr. Ohne Anmeldung. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen beschränkt. Ticket: 1,50 € zzgl. Eintritt (Dauer ca. 1 Stunde)
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Die Route “Museum & Architektur”

Sechs Museen, fünf Architekten, eine Achse: Das ist die Idee, die der Kooperation “Museum & Architektur” zugrunde liegt. Das Marta ist eines der sechs Museen auf einer Achse zwischen Berlin und Osnabrück, die sich zu einer Kooperation unter dem Aspekt der besonderen Architektur ihrer Museumsbauten zusammengefunden haben.
Wie das Marta, so haben auch das Jüdische Museum und das Deutsche Historische Museum in Berlin, das phaeno in Wolfsburg, das Felix Nussbaum Haus in Osnabrück und die Kunsthalle Bielefeld eines gemeinsam: Die Bauten wurden von weltbekannten Architekten entworfen. Frank Gehry, Daniel Libeskind, Philip Johnson, Zaha Hadid und Ieoh Ming Pei stehen dafür, dass diese sechs Museen weit mehr sind als bloße Aufbewahrungsorte für Sammlungen und Exponate. Sie sind außergewöhnliche Orte für Kunst, Geschichte, Wissenschaft und nicht zuletzt für die Architektur der Gegenwart.
Die Broschüre “Museum & Architektur” ist in den beteiligten Museen erhältlich. Wer die Broschüre mit mindestens einem Stempel von einem der sechs Museen in den anderen Häusern vorlegt, erhält für sich und seine Begleitung Eintrittskarten zum ermäßigten Preis.

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