Brigitte Waldach und Heiner Wemhöner bei der Preisverleihung 2020 © Marta Herford

Marta-Preis der Wemhöner Stiftung

Eine Publikation ist in Vorbereitung

Publikation (demnächst)

Marta-Preis 2020

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Seit 2014 finanziert die Stiftung des Herforder Unternehmers und Kunstsammlers Heiner Wemhöner in zweijährigem Rhythmus den mit 25.000 Euro dotierten Marta-Preis. Neben dem Preisgeld wird den Preisträger*innen damit auch die Produktion eines neuen Werks für die Sammlung Marta ermöglicht. Die Auszeichnung wird während der Eröffnung einer Einzelausstellung in feierlichem Rahmen verliehen und umfasst zudem eine begleitende Katalogproduktion.

 

Alle zwei Jahre werden von einer Vorjury max. zehn Kandidat*innen vorgeschlagen, eine Eigenbewerbung ist nicht möglich. Eine zweite Jury, die sich aus dem Kuratorium der Stiftung, einer*m kulturell engagierten Unternehmer*in der Region sowie einer*m Direktor*in eines anderen Museums zusammensetzt, wählt im Anschluss in vertraulicher Runde die*den jeweilige*n Preisträger*in. Es folgt eine einjährige Arbeitszeit zur Entwicklung eines neuen Werks für die Sammlung Marta, das im Rahmen einer Einzelausstellung mit begleitender Publikation vorgestellt wird.

 

Marta-Preis 2020: Brigitte Waldach

Die ehemalige Meisterschülerin von Georg Baselitz, Brigitte Waldach, ergründet in ihren Textwolken, Raumzeichnungen und Klanginstallationen geistesgeschichtliche und literarische Zusammenhänge. Immer wieder setzt sie sich dabei intensiv mit der deutschen Geschichte auseinander, von der Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus bis hin zum Mythos der Roten Armee Fraktion (RAF) der 70er Jahre, aber auch jüngst mit den „Goldberg-Variationen“ von J. S. Bach.

Ihr Werk für die Sammlung Marta wird sie im Herbst 2020 in einer monografischen Präsentation mit einer Auswahl großformatiger Zeichnungen und einer facettenreichen Rauminstallation präsentieren.

Marta-Preis 2018: Peter Wächtler

Peter Wächtler erkundet mit seinen Skulpturen, Filmen, Zeichnungen und Installationen das Verhältnis von Kunst und Sprache und interessiert sich für die Wechselwirkungen von Bild und Wort.

Sein Mobile für die Sammlung Marta, Ohne Titel (Füller), 2019, besteht aus übergroß in Aluminium gegossenen Füllfederhaltern unterschiedlicher Modellvorbilder. Die alltäglichen Objekte spielen auf kollektive Erinnerungen und Biografien an. Das Werk erscheint als kinetische Skulptur, beginnt aber eigentlich schon mit der Dankesrede des Künstlers zur Preisverleihung 2018. Dabei springt er von A zu B, verliert scheinbar den Faden und nimmt ihn dann doch souverän wieder auf. Die beweglichen Füllfederhalter werden zum Sinnbild seiner Sprache, die sich genauso frei und spontan im Raum bewegt.

Peter Wächtler, geboren 1979 in Hannover, studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar und am Kent Institute of Art & Design in Canterbury. Er lebt und arbeitet in Berlin und Brüssel.

Marta-Preis 2016: Simon Wachsmuth

Simon Wachsmuth setzt sich in seinem Arbeiten auf vielfältige Weise mit Geschichte, ihrer Re-Konstruktion und Repräsentation auseinander. Für sein Marta-Werk Pax Optima Rerum (2017) befasste er sich mit dem Dreißigjährigen Krieg, der 1648 im Westfälischen Frieden endete. Dabei legt er einen besonderen Focus auf dessen politische Auswirkungen, die bis heute nachwirken, etwa hinsichtlich der Machtverteilung in und unter Staaten.

Form gefunden hat diese Auseinandersetzung schließlich in Gestalt eines Bilderwagens, eines hölzernen, an Mutter Courage erinnernden Karrens, auf dem und um den herum Wachsmuth Materialien zum Thema versammelt. Mit der Präsentation 2017 erklärte er das Werk aber nicht für abgeschlossen: Es kann von ihm – vor allem im Rahmen weiterer Ausstellungen – mit neuem Material ergänzt und erweitert werden.

Simon Wachsmuth wurde 1964 in Hamburg geboren und studierte Malerei und visuelle Medienwissenschaften an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Marta-Preis 2014: Heike Mutter / Ulrich Genth

Heike Mutter und Ulrich Genth konzipieren ort- und kontextgebundene Werke, die auf intensiven Recherchen basieren. Sie nehmen Bezug auf Objekte der Alltagskultur, versetzen ihnen aber einen Twist, um ihre institutionelle Struktur zu hinterleuchten.

Für das Marta schufen Mutter/Genth 2015 The View, eine komplexe Installation, die Bezug auf einen traditionellen Industriezweig in der Herforder Region nimmt: die Einbauküche. Das ebenso filigrane wie ausgreifende Werk aus einer modularen Stabkonstruktion mit Platten, Leuchten, Oberflächen und Objekten setzt sich mit dem Design und den Nutzformen als sprechende Symbole und Statussignale auseinander. Kombiniert wird diese elegante Materialcollage mit Elementen aus Werbung, Konsumkultur und Materialforschung.

Heike Mutter wurde 1969 in München geboren und studierte Medienkunst in Karlsruhe und Köln. Ulrich Genth, geboren 1971 in Tübingen, studierte Objektkunst an der Kunstakademie Münster. Seit 2013 bilden sie ein Künstlerduo und leben und arbeiten gemeinsam in Hamburg.