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Lina Bo Bardi – Architektin und radikale Denkerin im Spiegel der Gegenwart

14.08. von 17:0018:30

Wie schauen wir heute auf das visionäre Werk von Lina Bo Bardi? Und inwiefern inspiriert ihre Arbeit nachfolgende Generationen, die auf die Herausforderungen unserer Zeit reagieren? Diesen und anderen Fragen gehen die internationalen Architekturexpert*innen Daniel Talesnik, München, und Marina Correia, Rio De Janeiro, Brasilien und Boston, USA, gemeinsam mit Kuratorin Friederike Fast im Rahmen der Ausstellung „Eine Bühne für Lina Bo Bardi“ auf den Grund.

Die brasilianische Architektin Lina Bo Bardi (1914–1992) gilt als eine radikale Denkerin ihrer Zeit. Sie nahm Themen vorweg, die heute eine neue Aktualität erfahren. Charakteristisch für das Schaffen der in Rom geborenen und in den 1940er Jahren nach Brasilien ausgewanderten Architektin ist die tiefgreifende Auseinandersetzung mit vernakularen Bautechniken und der Kultur einer (indigenen) Landbevölkerung Brasiliens. Dabei verhalf sie nicht nur traditionellen Handwerkstechniken sowie dem Einsatz lokaler Materialien zu neuer Anerkennung, sondern orientierte sich auch eng an den Bedürfnissen der Bewohner*innen ihrer Gebäude. So sind gerade ihre öffentlichen Bauten und städteplanerischen Projekte Ausdruck eines visionären Entwurfs von einer besseren Gemeinschaft, die heutige Architekt*innen inspiriert.

Nach einem kurzen digitalen Rundgang mit der Kuratorin Friederike Fast durch die aktuelle Ausstellung „Eine Bühne für Lina Bo Bardi“ im Museum Marta Herford sowie Impulsvorträgen von Dr. Daniel Talesnik und Marina Correia, diskutieren die Teilnehmenden, inwiefern Architektur damals wie heute zu einer neuen Form von Gesellschaft beitragen kann. In der moderierten Gesprächsrunde sind Kommentare und Fragen des Publikums via Chat herzlich willkommen.

Die Online-Veranstaltung (ca. 1,5 Std.) findet in Englisch und als Zoom Webinar statt, (die Zuschauenden sind für andere nicht sichtbar). Den entsprechenden Zugangslink finden Sie hier.

Teilnahme kostenfrei, ohne Anmeldung

Marina Correia absolvierte ihr Architekturstudium an der City University of New York. Nach einem Masterabschluss in Architektur an der Harvard Graduate School of Design und promovierte sie an der School of Architecture and Urbanism sowie an der Universität von São Paulo. Es folgten Lehraufträge an der City University of New York, an der Federal University of Rio de Janeiro, an der Harvard Graduate School of Design und an der Rhode Island School of Design. Gemeinsam mit Fabiana Araújo gründete Marina Correia das Büro „Atelier Architecture and Urban Design“ mit Sitz in Rio de Janeiro und New York, das durch Projekte in den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Innen- und Ausstellungsarchitektur auch Aktionen zur Demokratisierung von Kultur und Bildung unterstützt. 2014 verantwortete sie die Ausstellungsgestaltung von „Lina Bo Bardi 100“ im Architekturmuseum der Technischen Universität in München und “Lina em Casa: Percursos” at Casa de Vidro in São Paulo.

Daniel Talesnik studierte Architektur an der Universidad Católica de Chile ab und promovierte in Geschichte und Theorie der Architektur an der Columbia University. Derzeit ist er am Architekturmuseum der Technischen Universität München tätig, wo er 2019 die Ausstellung „Zugang für Alle: São Paulos soziale Infrastrukturen” kuratierte, die später im CFA in New York (2020), im S AM in Basel (2021) und in Auszügen auf den Architekturbiennalen von São Paulo (2019) und Venedig (2021) gezeigt wurde. Neben anderen Themen und Bauten beleuchtete Daniel Talesnik im Rahmen der Ausstellung das MASP (1957–1968) und SESC Pompéia (1977–1986) von Lina Bo Bardi als Beispiele für multiprogrammatische Bauten, die auf eine soziale Wirksamkeit für die lokale Bevölkerung abzielen.

Details

Datum: So 14.08.2022 Zeit: 17:00 – 18:30 Uhr Zielgruppe: Verwandte Ausstellung: Pedro Reyes: Sociatry Mit einer Bühne für Lina Bo Bardi
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Marta Herford